Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf unser Männerfrühstück am 21. März 2026 zurück. Im Landgasthof Vogt in Bad Sassendorf kamen 53 Männer zusammen, um Gemeinschaft zu erleben, gut zu frühstücken und sich einem Thema zu stellen, das viele bewegt, aber oft viel zu selten offen angesprochen wird.
Mit Christof Lenzen hatten wir einen Referenten zu Gast, der nicht nur als Pastor, Seelsorger und traumatherapeutischer Begleiter große Erfahrung mitbringt, sondern auch in einer sehr nahbaren und ehrlichen Weise sprechen kann. Schon nach wenigen Minuten war zu spüren: Das wird kein rein theoretischer Vortrag, sondern ein Vormittag, der berührt, herausfordert und lange nachklingt.
Was Männer prägt
Unter dem Titel „Wut, Rückzug und Zynismus – Was passiert, wenn die Angst keinen Platz hat“ sprach Christof Lenzen über innere Reaktionsmuster, die viele Männer aus ihrem eigenen Leben kennen: Kampf, Flucht, Erstarrung, Rückzug oder das Gefühl, innerlich einfach aufzugeben. Eindrücklich machte er deutlich, dass solche Muster nicht einfach Charakterschwächen sind, sondern oft mit Erfahrungen von Überforderung, Beschämung, Angst und unverarbeiteten Verletzungen zu tun haben.
Besonders bewegend war, wie verständlich er Zusammenhänge zwischen Seele, Körper und Lebensgeschichte beschrieb. Vieles, was Männer oft nur als Stress, Gereiztheit, Erschöpfung oder körperliche Beschwerden wahrnehmen, bekam an diesem Morgen Worte, Bilder und eine tiefere Deutung.
Gefühle brauchen Raum
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Männer gelernt haben, mit Gefühlen umzugehen. Viele sind mit Sätzen groß geworden wie: „Stell dich nicht so an“ oder „Männer weinen nicht.“ Dass daraus oft Sprachlosigkeit, innerer Druck und Einsamkeit entstehen, wurde sehr deutlich.
Gerade deshalb war dieser Vormittag mehr als ein Vortrag. Er war auch eine Einladung, ehrlicher auf das eigene Leben zu schauen, Warnsignale ernst zu nehmen und sich nicht aus Scham zurückzuziehen. Die Erfahrung, dass andere Männer ähnlich empfinden, ähnlich kämpfen und ähnliche Fragen mitbringen, war für viele spürbar entlastend.
Glaube in unsicheren Zeiten
Sehr eindrücklich war auch der Blick auf unsere aktuelle Weltlage. Die vielen Krisen, Verunsicherungen und gesellschaftlichen Spannungen lösen bei nicht wenigen Menschen genau jene Muster aus, über die an diesem Morgen gesprochen wurde: Rückzug, Wut, Ohnmacht oder innere Lähmung.
Umso wichtiger war der geistliche Akzent des Vormittags. Christof Lenzen ermutigte dazu, nicht in Vereinfachungen, Härte oder Bitterkeit stecken zu bleiben, sondern ein weiches Herz zu bewahren, differenziert hinzusehen und als Christen aus Hoffnung zu leben. Diese Verbindung aus psychologischer Tiefe, geistlicher Klarheit und lebensnaher Sprache hat den Vormittag besonders wertvoll gemacht.
Dankbar zurückblicken
Wir sind sehr dankbar für die Offenheit, die an diesem Morgen spürbar war, für alle Begegnungen am Tisch, für das ehrliche Zuhören und für die guten Gespräche im Anschluss. Es tat gut zu erleben, wie viel Kraft darin liegt, wenn Männer nicht an der Oberfläche bleiben, sondern sich den wichtigen Fragen des Lebens stellen.
Unser Dank gilt Christof Lenzen für seinen starken und zugleich zugewandten Impuls sowie allen, die diesen Vormittag vorbereitet und mitgetragen haben. Christof Lenzen ist seit 2025 beim Christlichen Hilfsbund im Orient tätig und war zuvor viele Jahre Pastor in verschiedenen Gemeinden. Dieses Männerfrühstück war für uns ein ermutigendes Zeichen dafür, wie wichtig solche Räume in unserer Gemeinde sind.
Für das Team der Männerarbeit der Emmaus Kirchengemeinde Soest
Björn Langert, Diakon
